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Man sieht die Kuppel einer Jurte

Aufbau und Bestandteile einer Jurte

Hier kann jeder der mag, detaillierter in die einzelnen Elemente der Jurte eintauchen.

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 ... die Unterkonstruktion ...

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Die Basis deiner Jurte bildet eine stabile Unterkonstruktion. Sie sorgt dafür, dass die Lasten sauber abgetragen werden und der Aufbau dauerhaft ruhig steht. Für die Premium-Variante setzen wir hier auf bewährte, langlebige Lösungen, die auf eine langfristige Nutzung ausgelegt sind.

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Je nach Gegebenheit kann die Unterkonstruktion aus unterschiedlichen Materialien bestehen, etwa aus Robinienpfählen, Pflanzsteinen, Kies oder selten auch Beton. Diese Ausführungen bieten eine solide Grundlage und eignen sich besonders für Jurten, die dauerhaft oder ganzjährig genutzt werden sollen.

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Unser bevorzugter Aufbau für die Premium-Variante sind Robinienpfähle. Sie lassen sich vergleichsweise einfach setzen und sind extrem langlebig. Auch ohne chemische Behandlung halten sie in freier Bewitterung viele Jahrzehnte und übertreffen damit andere Harthölzer deutlich. Das macht sie zu einer sehr verlässliche und natürliche Basis für eine dauerhaft stehende Jurte.

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Für die Light-Version genügt eine deutlich einfachere Unterkonstruktion. Hier wird der Boden begradigt und eine robuste PVC-Plane als Feuchtigkeitsschutz ausgelegt. Darauf kommen vor Ort gesammelte oder vorhandene Paletten als Auflage für den Fußbodenaufbau. Diese Lösung ist bewusst schlicht gehalten, kostengünstig und erfüllt dennoch zuverlässig ihren Zweck.

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Welche Unterkonstruktion sinnvoll ist, hängt vom Standort, der geplanten Nutzungsdauer und dem gewünschten Aufwand ab. Entsprechend wird sie gemeinsam abgestimmt.

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  ... der Fußboden ...​

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Der Fußboden der Jurte ist für ganzjährige Nutzung ausgelegt und entsprechend winterfest aufgebaut. Eine vollflächige Dämmung verhindert, dass Kälte von unten in den Raum zieht, und sorgt auch in der kalten Jahreszeit für einen angenehm warmen Boden. Optional ließe sich dies mit einer Fußbodenheizung auch erweitern...

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Als Dämmmaterial verwenden wir Schafwolle aus dem regionalen Schäferkreislauf. Die Wolle besitzt sehr gute Dämmeigenschaften und wird in einem Bereich eingesetzt, in dem sie dauerhaft trocken und geschützt liegt. So kann ein natürlicher Rohstoff genutzt werden, der oft keine weitere Verwendung findet, technisch aber sehr gut geeignet ist.

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Der obere Abschluss besteht aus massiven Nut- und Federdielen. Je nach Ausführung kommen Kiefer, Fichte, Esche oder Eiche zum Einsatz. Massivholzdielen sind langlebig, stabil und bewähren sich seit längerem im Fußbodenaufbau.

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Bei der Light-Variante verwenden wir Fichte- oder Kiefer-B-Ware. Diese Ausführung ist kostengünstiger, erfüllt jedoch die gleichen funktionalen Anforderungen. Optische Merkmale wie Astigkeit oder Unregelmäßigkeiten im Holz sind hier bewusst in Kauf genommen.

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Der Fußboden ist insgesamt stabil, gut gedämmt und so ausgelegt, dass kalte Füße kein Thema sind. Er bildet die funktionale Basis für eine dauerhaft bewohnbare Jurte.

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Boden von einer Jurte
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 ... der Wandaufbau ...

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Die Wände deiner Jurte folgen im Grundprinzip der traditionellen Bauweise mit Scherengittern. Dieses Wandgerüst gibt der Jurte ihre runde Form, verteilt die auftretenden Kräfte gleichmäßig und bildet die Grundlage für ihre Stabilität.

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Die Scherengitter fertigen wir aus gehobelter Fichte. Die Kanten der einzelnen Latten sind rund gefräst, geschliffen und eingeölt. Der Aufwand ist bewusst höher, denn du wirst die Wand später sehen und erleben. Du blickst auf eine saubere, handwerklich hochwertige und ästhetisch ansprechende Wandkonstruktion, die nicht verkleidet werden muss.

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Türen und Fenster sind grundsätzlich aus Holz gefertigt. In den meisten Fällen verbauen wir restaurierte, alte Holzfenster in der sogenannten Vintage-Variante. Diese werden aufgearbeitet und fachgerecht in die Wand integriert. Die Konstruktionen um Fenster und Türen sind so ausgeführt, dass die auftretenden Kräfte sicher aufgenommen werden und dauerhaft kein Verzug entsteht.

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Ein zentrales Element des Wandaufbaus ist das sogenannte Lebensband. Es umschließt die Jurte umlaufend und bildet das statische Herzstück der Konstruktion. In diesem Band werden die Scherkräfte des Daches aufgenommen und gleichmäßig in die Wand geleitet. Dadurch bleibt die Jurte dauerhaft im Rund und öffnet sich nicht nach außen, sondern behält ihre Form – auch über viele Jahre hinweg.

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In der Light-Variante ist der Wandaufbau konstruktiv identisch, die Ausarbeitung der Hölzer jedoch einfacher gehalten. Astigkeiten bleiben sichtbar, die Kanten sind nicht rund gefräst, sondern lediglich entkantet. Auch auf eine Oberflächenbehandlung mit Öl im Innenraum wird verzichtet. Das Ergebnis ist weiterhin ein sauberes, stimmiges Gesamtbild, bei dem bewusst weniger handwerklicher Aufwand betrieben wird – funktional gleichwertig, optisch schlichter.

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Du bekommst damit einen Wandaufbau, der traditionelle Bauweise, sauberes Handwerk und eine durchdachte Konstruktion miteinander verbindet – je nach Ausführung mit unterschiedlichem Fokus auf Detailgrad und Aufwand

 

Fenster in der Jurte
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... Dachstangen, Dachdämmung, und Innentücher ...

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Der Dachaufbau ist entscheidend dafür, ob eine Jurte dauerhaft gut funktioniert. Aus Erfahrung baue ich Jurten heute ausschließlich hinterlüftet. Technisch, bauphysikalisch und im täglichen Gebrauch hat sich dieser Aufbau bewährt, weil nur hier Feuchtigkeit zuverlässig aus dem Dämm-System abgeführt werden kann. So bleibt der Innenraum schimmelfrei, funktional und auch optisch dauerhaft sauber – ohne Kondensstreifen oder Verfärbungen an den Innentüchern.

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Auf der Innenseite wird das Dach mit einem Innentuch abgeschlossen. Du kannst zwischen einem Baumwoll-Natur-Innentuch oder einem Baumwoll-Natur-Innenfilz wählen. Der Filz ist die weichere, etwas kuschligere Variante. Beide Ausführungen sind diffusionsoffen und für den dauerhaften Einsatz geeignet.

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Direkt hinter dem Innentuch liegt eine diffusionsoffene Dampfbremse. Sie reduziert das eindringen von Feuchtigkeit aus dem Innenraum in die Dämmebene; bleibt dabei aber atmungsaktiv. Feuchtigkeit kann kontrolliert nach außen abgegeben werden, anstatt sich im Aufbau zu stauen. Diese Schicht sorgt für zusätzliche Sicherheit im Dachaufbau und unterstützt ein ausgeglichenes Raumklima.

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Weiter im Text bilden die Dachstangen die tragende Struktur des Daches. In der Regel bestehen sie aus Fichtenrundhölzern, die auf die jeweilige Jurte abgestimmt sind. Für die Light-Variante besteht auch die Möglichkeit, eigene Stämme zu verwenden und diese selbst aufzubereiten. So kann vorhandenes Material eingebunden werden und der Bau bekommt eine persönliche Note. Sicherlich auch in der Premium Variante - hier sind wir kreativ und frei in Gestaltung.

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Auf den Dachstangen liegt die Dachdämmung; ausgeführt mit Schafswolle oder Holzfaser. Entscheidend ist hierbei, wie auch schon oben gesagt, das System der Hinter-Lüftung. Hinter der Dämmung verläuft nämlich ein Luftkanal, durch den Feuchtigkeit abgeführt werden kann. Dadurch bleibt die Dämmung trocken, atmungsfähig und langfristig funktionsfähig.

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 ... der Kranz, das Herzstück ...

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Der Kranz bildet das Zentrum des Daches und ist konstruktiv so ausgelegt, dass er zwei Ebenen von Dachstangen aufnehmen kann: die innere tragende Lage und eine äußere Ebene für die Hinterlüftung. So bleibt der Dachaufbau klar getrennt und sauber belüftet. Gleichzeitig ermöglicht der Kranz, dass die Hinterlüftungsluft über gezielte Öffnungen kontrolliert nach außen abgeführt wird.

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Je nach Größe der Jurte kann der Kranz einen Durchmesser von etwa 1,20 m bis 2,20 m haben. Größere Durchmesser öffnen den Raum stark nach oben und bringen viel Tageslicht ins Innere. Zusätzlich kann im Kranz eine indirekte Beleuchtung integriert werden, die den Raum von oben mit einem warmen, ruhigen Licht versorgt.

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Dach, Dämmung, Dachstangen und Kranz greifen dabei als System ineinander und sorgen gemeinsam für ein ausgeglichenes Raumklima, eine langlebige Konstruktion und eine Jurte, die auch nach Jahren noch gut funktioniert und gut aussieht.

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... Außenhülle und Regenhülle ...

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Die Außenhülle der Jurte übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie schützt zuverlässig vor Regen und Wind, bewahrt die Konstruktion vor UV-Belastung und prägt das äußere Erscheinungsbild.

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Als Regenhülle kommt eine PVC-Plane zum Einsatz. Diese Entscheidung ist bewusst getroffen. In der Praxis hat sich PVC als die langlebigste und dauerhaft regendichte Lösung erwiesen. Über viele Jahre hinweg bleibt die Jurte damit zuverlässig geschützt – auch bei dauerhafter Witterungseinwirkung. Andere Materialien mögen auf den ersten Blick leichter oder natürlicher wirken, erreichen dieselbige Dauerhaftigkeit jedoch nicht.

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Über der Regenhülle liegt zusätzlich ein naturweißes Baumwolltuch. Dieses übernimmt keinen technischen Regenschutz, sondern dient als ästhetische und zusätzliche schützende Schicht. Es verleiht der Jurte ihr ruhiges, klassisches Erscheinungsbild und schützt die darunterliegende Plane vor direkter UV-Strahlung. So wird die Lebensdauer der Regenhülle weiter erhöht und das Gesamtbild optisch abgerundet.

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An Fenstern und Türen sorgen Zierleisten für einen sauberen Abschluss. Sie fassen die Übergänge ordentlich ein und geben der Außenhaut ein klares, stimmiges Erscheinungsbild.

Zusätzlich werden die Wände umlaufend gegen Wind abgespannt. Die Verschnürung sorgt dafür, dass die Außenhülle auch bei stärkerem Wind ruhig anliegt und die Kräfte gleichmäßig aufgenommen werden.

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Die Kuppel der Jurte besteht aus Acrylglas. Sie bringt Tageslicht ins Innere, ist witterungsbeständig und fügt sich funktional wie optisch in den Gesamtaufbau ein.

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Außenhülle und Regenhülle bilden damit den äußeren Schutz der Jurte – robust, langlebig und zugleich klar in der Erscheinung. Ein Abschluss, der die Jurte technisch absichert und ihr äußeres Bild prägt.​

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Auch der Ofen findet nun sein Platz.

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​ ... Abschluss und Verabschiedung ...

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Wenn all das abgeschlossen ist und die letzte Schnur sitzt, gibt es diesen einen Moment. Die Jurte steht, ist geschlossen, gespannt, geschützt. Ab da ist sie nicht mehr nur Konstruktion, sondern Raum.

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In diesem Moment erwacht die Jurte zum Leben und für mich heißt es dann Abschied nehmen. Oft stellt sich dann eine stille Dankbarkeit ein – für die Zeit, die hineingeflossen ist, für die Arbeit, für die Aufmerksamkeit im Detail. Für alles, was getragen, gehoben, geschwitzt, durchdacht und gebaut wurde. Für Hände, Material und Geduld.

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