
Materialien – bewusst gewählt
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Alle verwendeten Materialien ergeben sich aus einer Mischung aus Funktionalität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Optik. Ebenso wichtig sind Nachhaltigkeit und ein gesundes Wohnklima. Ziel ist eine stimmige Verbindung zwischen Mensch, Bauwerk und Umwelt. Die Erde schenkt uns die Grundlage zum Leben – wir gehen sorgsam mit ihr um, damit auch kommende Generationen davon profitieren können.
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1. Holz – das tragende Element
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Das Grundgerüst der Jurte besteht aus stabilen, langlebigen Hölzern. Je nach Bauteil kommen unterschiedliche Querschnitte, Längen und Formen zum Einsatz. Übersichtlich gliedert sich der Holzanteil in Unterkonstruktion, Fußboden, Scherengitter, Fenster- und Türrahmen, Dachstangen sowie den Kranz. Der überwiegende Teil der Jurte besteht somit aus Holz.
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Die verwendeten Hölzer stammen überwiegend aus unmittelbarer Nähe (bis ca. 10 km) oder aus bayerischen Wäldern. Ausnahmen gibt es lediglich bei speziellen Wünschen, etwa Esche oder Eiche als Fußbodenbelag.
Regionalität ist mir dabei ein echtes Anliegen. Sie stärkt lokale Strukturen, reduziert Transportwege und vermeidet unnötigen Verpackungsaufwand. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont und Emissionen reduziert – ein sinnvoller und naheliegender Schritt.
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Verwendet werden grundsätzlich Fichte, Lärche und Robinie. Je nach Wahl des Fußbodens kommen zusätzlich Kiefer, Esche oder Eiche hinzu.
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Je nach Ausführung der Jurte (Light oder Premium) unterscheidet sich die Oberflächenbehandlung der Hölzer:
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In der Premium-Variante sind die Hölzer im Innenraum geölt, im Außenbereich zusätzlich mit Hartwachsöl geschützt.
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In der Light-Variante bleiben die Hölzer im Innenraum unbehandelt. Die Außenhölzer werden auch hier mit Hartwachsöl geschützt.
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Das Ölen der Innenhölzer ist ein zeitintensiver, handwerklich jedoch gut machbarer Arbeitsschritt, der bei der Light-Variante bewusst ausgelassen wird. Er kann bei Bedarf jederzeit in Eigenregie nachgeholt werden und spiegelt sich entsprechend in der Preisgestaltung wider.
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Mit entsprechender Ausstattung erreichen die Hölzer im Innenraum eine Haltbarkeit von mindestens 30 Jahren – oft deutlich länger. Die im Außenbereich eingesetzten Lärchenhölzer halten mindestens 20 Jahre und können bei regelmäßiger Pflege noch länger genutzt werden.
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Die Robinienpfähle der Unterkonstruktion gelten als besonders langlebig. Unter trockenen Bedingungen können sie bis zu 50 Jahre halten und müssen in der Regel nicht ersetzt werden.
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2. Dämmstoffe – natürlicher Wärmeschutz
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Als primäres Dämmmaterial verwenden wir Schafwolle. Sie bietet sehr gute Wärmedämmeigenschaften mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,040 W/mK (je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung).
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Schafwolle kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne ihre Dämmwirkung zu verlieren. Sie trägt so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei, wirkt schimmelhemmend und ist ein nachwachsender, biologisch abbaubarer Rohstoff.
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Alternativ kann Holzfaser eingesetzt werden. Holzfaserplatten liegen je nach Produkt bei einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,045–0,050 W/mK und bieten ebenfalls einen soliden Wärmeschutz bei einem günstigeren Preisniveau.
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Sowohl Schafwolle als auch Holzfaserdämmung werden bei uns grundsätzlich in einem hinterlüfteten Aufbau eingesetzt. Dieser ist entscheidend dafür, dass Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt wird und Dämmung sowie Konstruktion langfristig trocken und funktional bleiben.
Mehr dazu findest du im Bereich Aufbau.
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3. Innentuch – elegant oder weich
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Als Innentuch verwenden wir Baumwolle. Das naturfarbene Baumwolltuch ist unbehandelt, langlebig und zeitlos in seiner Wirkung.
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Alternativ steht ein Baumwollfilz zur Auswahl. Er ist weicher in der Haptik und wirkt besonders gemütlich. Beide Varianten unterscheiden sich vor allem im Raumeindruck und im Gefühl – technisch bleiben sie bewusst schlicht gehalten.
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4. Außenhülle – Regen- und Außentuch
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Die Außenhülle besteht aus zwei Lagen: Regentuch und Außentuch.
Das Regentuch besteht aus PVC. Diese Entscheidung ist bewusst getroffen, da PVC derzeit das langlebigste Material ist, um eine Jurte dauerhaft regendicht zu halten.
Die Haltbarkeit liegt laut Hersteller bei etwa 16 bis 20 Jahren. Sollte sich zukünftig ein ökologisch gleichwertiger und ebenso langlebiger Regenschutz finden, wird dieser selbstverständlich integriert.
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Das Außentuch schützt das Regentuch vor UV-Strahlung und verleiht der Jurte ihr äußeres Erscheinungsbild. Hier verwenden wir ein dicht gewebtes Baumwoll- bzw. Tipi-Tuch, das schmutzabweisend und schimmelresistent ist und einen ruhigen, stimmigen Abschluss bildet.
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5. Verbindungselemente – Sicherheit und Halt
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Zu den Verbindungselementen zählen Lebensband, Sturmsicherung, Scherengitterverbindungen, Holzleim und Schrauben.
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Lebensband und Sturmsicherung bestehen aus Polyester, da dieses Material deutlich langlebiger ist als Naturfaserseile. Das weiße, zeitlose Gurtband übernimmt sowohl die statische Sicherung als auch die Windsicherung.
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Die Scherengitter werden über stabile Schnurverbindungen zusammengehalten, ebenfalls aus Polyester. Alternative Holzverbindungen sind technisch möglich, jedoch aktuell sehr aufwendig und kostenintensiv.
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Der eingesetzte Holzleim (Weißleim) kommt vor allem beim Kranzbau zum Einsatz und weist eine Haltbarkeit von etwa 20–30 Jahren auf. Ergänzt wird er durch Edelstahlschrauben, die korrosionsbeständig sind und in der Regel ein Jurtenleben lang halten.
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Hinweis zur Haltbarkeit
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Alle genannten Angaben zur Lebensdauer basieren auf Erfahrungswerten aus dem Jurtenbau, Herstellerangaben sowie dem Austausch mit sehr erfahrenen Jurtenbauern, die über viele Jahrzehnte gebaut haben und ihr Wissen nun weitergeben. Eigene Langzeiterfahrungen über mehrere Jahrzehnte können naturgemäß noch nicht vollständig vorliegen, die Bauweisen selbst sind jedoch seit langem bewährt.
